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Die Angst vor dem Erfolg – Verstehen und überwinden lernen!

Die Angst vor dem Erfolg – Verstehen und überwinden lernen!

25. Februar 2015Tags: Keine Kommentare Simon Krüger

Torben ist in seinem Unternehmen die Karriereleiter steil heraufgeklettert. Er ist jung und begabt, versteht es zu überzeugen und daher konnte er gleich mehrere Sprossen auf einmal nehmen. Schließlich ist er in einer leitenden Position angekommen und die ersten Fehler sind ihm unterlaufen. Besprechungen verliefen unbefriedigend und Aufgaben wurden nicht mehr ordnungsgemäß abgeliefert. Andere begannen an Torben zu zweifeln, er selbst ebenfalls. Während er zuvor immer glücklich gewesen ist, konnte ihm seine neue Aufgabe keine Freude bereiten. Wie kann es dazu kommen?

Was ist Erfolg?

Viele träumen davon in ihrem Beruf erfolgreich zu sein. Aber was heißt Erfolg überhaupt? Zunächst einmal ist es kein exakt zu definierender Begriff. Erfolg bedeutet für jeden etwas anderes. Hier ein paar Beispiele:

  • In seiner Arbeit möglichst viel verdienen.
  • Eine leitende Position innerhalb der Firma erreichen.
  • Unabhängig von Anderen arbeiten zu können.
  • Seine Familie ernähren zu können.
  • Materiellen Besitz anhäufen (Autos, Möbel, Schmuck, etc.).

So unterschiedlich diese Definitionen von Erfolg sind, so verschieden kann auch der „Background“ sein. Wer über Jahre von Harz IV gelebt hat, der ist selbstverständlich erfolgreich wenn er eine Arbeit gefunden hat, mit der er seine Familie ernähren kann. Wer jedoch immer schon in finanziell gesunden Verhältnissen gelebt hat, der möchte vielleicht mehr erreichen – auch um die Familie und Freunde beeindrucken zu können.

Wer auf seiner Arbeit kein gutes, kollegiales Verhältnis vorfindet und mit den Chefs unzufrieden ist, der definiert seinen Erfolg unter Umständen darüber, eines Tages sein eigener Boss sein zu können. Nebenbei bemerkt haben nicht die Frauen mehr Angst vor dem Erfolg, weil sie weniger in Führungspositionen zu finden sind. Sie definieren ihren Erfolg häufig durch ihre Familie. Das Aufziehen und Erziehen der Kinder hat ganz einfach eine höhere Priorität.

Erfolg zu haben wird von den meisten als absolut positiv erachtet. Die negativen Seiten, der Druck, die Selbstzweifel, gesundheitliche Beschwerden (Schlafstörungen, Übelkeit, etc.) und wenig Zeit für Hobbys können das Wort Erfolg sehr schnell negativ belegen. Ein bestimmter Erfolg ist daher nicht immer erstrebenswert. Jeder sollte seine eigene Definition dieses starken Wortes finden.

Den Erfolg absichtlich sabotieren?

Die Angst vor dem Erfolg führt oftmals zu einer Eigensabotage. Oftmals sind sich die Betroffenen dem gar nicht bewusst. Wenn Schüler oder Studenten ihre Prüfungen hinauszögern oder für schwere Prüfungen gar nicht erst mit dem Lernen beginnen, stellt sich die Frage, ob sie sich selber sabotieren wollen. Haben sie Angst vor dem Erfolg?

Auch im Berufsleben werden Arbeiten verzögert. Das eigene Licht wird unter den Scheffel gestellt. Wer seine Fähigkeiten unter Wert verkauft, der hat dafür meist ein Motiv. Auch wenn dies dem Betroffenen selber oftmals gar nicht bewusst ist. Folgende Ursachen können der Angst vor dem Erfolg zugrunde liegen.

  • Zweifel an den eigenen Fähigkeiten – Erfolg bedeutet häufig sich in einer neuen Rolle zurechtzufinden. Aber ist diese neue Aufgabe nicht doch ein wenig zu anspruchsvoll? Wer mit der steigenden Erwartung seiner Familie, der Vorgesetzten und Untergebenen nicht umgehen kann oder will, der sollte auf seine neue Rolle verzichten oder noch weiter darauf hinarbeiten.
  • Die Konsequenzen im Blick – Wer zuvor in einem Team gearbeitet hat und schließlich in die Chefetage aufsteigt, der wird häufig mit großer Einsamkeit gestraft. Die ehemaligen Kollegen werden nun geführt und daher hat sich das Verhältnis gewandelt. Viele wissen um diese Konsequenz und würden lieber weiter mit der friedlichen Teamarbeit fortfahren.
  • Einschränkung des sozialen Lebens – Freunde und Verwandte sind vielen sehr wichtig. Durch eine höhere Position schwindet jedoch oftmals die Zeit für das soziale Leben. Auch die Hobbys sind bisweilen davon betroffen.
  • Angst vor dem Neuen – Nach der Schule oder dem Studium kann dies oftmals beobachtet werden. Der elterliche Haushalt drängt auf die Ergreifung eines Berufes und die behütete Umklammerung einer Bildungseinrichtung ist nicht mehr vorhanden. Alles was zuvor vertraut gewesen ist, fehlt plötzlich.
  • Konflikte sollen vermieden werden – Eine höhere Position bringt Neid bei den Kollegen und Mitmenschen hervor. In sehr hohen Positionen kann sogar die Zeitung Artikel über die eigene Person verfassen. Wer Konflikte scheut, sollte sich einen Wechsel gut überlegen.

Für den Erfolg brennen!

Wer nicht für seine Überzeugungen „brennt“, der wird bei der Umsetzung seines eigenen Erfolges scheitern. Dieser wird jedoch nur selten von der eigenen Komfortzone aus umgesetzt. Angst vor dem Scheitern, vor Absagen und vor dem Versacken in der Mittelmäßigkeit bringen niemanden weiter. Es ist wichtig, sich für die eigenen Wünsche und Ziele, für die eigene Definition von Erfolg, einzusetzen.

Um im Berufsleben erfolgreich zu sein, müssen Unsicherheit und Selbstzweifel abgelegt werden. Aber auch Arroganz und Hochmut können dem Erfolg im Weg stehen. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist jedoch förderlich. Das Finden des Weges ist der erste Schritt zum Ziel. Folgende sieben Etappen können bei der Selbstfindung helfen.

  1. Etappe: Standpunkt – Was ist meine Definition von Erfolg? Wo stehe ich derzeit? Hierbei ist es wichtig sich nicht selber zu belügen. Ist ein hoher Verdienst wirklich das Ziel? Welche Position wird derzeit auf der Arbeit bekleidet?
  2. Etappe: Eigenanalyse – Mit welchen Stärken tue ich mich auf der Arbeit hervor? An welchen Tätigkeiten finde ich Freude? Gibt es Talente? Kurz gefragt, was macht einem auf der Arbeit glücklich?
  3. Etappe: Ziele bestimmen – Der Erfolg darf nicht nur definiert werden. Es müssen konkrete Ziele festgesetzt werden. Scheint das Ziel noch sehr fern, so können Zwischenziele den Weg erleichtern.
  4. Etappe: Unterstützung sichern – Wer sich Ziele setzt von denen keiner etwas weiß, der riskiert wenig. Es dient jedoch als Antrieb, wenn diese Ziele vor Zeugen festgehalten werden.
  5. Etappe: Selbstwürdigung – Oftmals werden Zwischenziele mit einem Schulterzucken abgetan. Dies ist ein Fehler. Wer etwas erreicht hat, und sei es noch so eine Kleinigkeit, der sollte sich darüber freuen!
  6. Etappe: Fehler korrigieren lernen – Zunächst einmal sollte es erlaubt sein Fehler zu machen. Kein Mensch ist unfehlbar. Das Lernen diese zu korrigieren und seine Lehren daraus zu ziehen, bringt einem seinem Ziel immer näher.
  7. Partnerschaften eingehen – Viele möchten ihr Ziel selber erreichen. Dabei sollte Hilfe von außen gestattet oder sogar willkommen sein.

Am Ende dieser sieben Etappen liegen die Überwindung der Angst vor dem Erfolg und gleichzeitig das Erreichen des festgelegten Ziels.

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